Und noch heute begeistern die Lieder und Musicals des Musikers und Autoren Andrew Bond. Sie gehören mittlerweilen ins Liedrepertoire von vielen Kindergärten und Schulklassen. In zahlreichen Kinderzimmern sind seine CDs mit den eingängigen Ohrwürmern zu finden. Zweimal füllte er letzten Dezember mit seinem Jubiläumskonzert zu 25 Jahren «Zimetschtärn, hani gärn» das Zürcher Hallenstadion- und jetzt also die Bützenen-Halle in Sissach.
Die Projektverantwortlichen von Kindergarten und Unterstufenklassen schlossen sich in der Vorbereitung zusammen. Das von der Gemeinde für kulturelle Anlässe der Primarschule vorgesehene Budget von Kindergarten und Unterstufe wurde zusammengelegt, um diesen Event finanziell stemmen zu können. Und um es vorweg zu nehmen : Der Anlass war jeden Franken wert .
Die Kinder konnten sich vorgängig Lieder wünschen, die der Musiker vortragen sollte. So entstand ein «Sissachs very best of Andrew Bond»- Konzert».
Die Liederwünsche handelten von Osterhasen, Fröschen, Forschern, verrückten Tieren auf einem Bauernhof, Herbstblättern, dem Bethlehemstern, dem Dilemma der Kleiderwahl im Frühling, Tipps wie man Eltern zum Kauf einer Glace überreden kann, einer Weltreise mit Abstecher an die Europameisterschaft und natürlich dem «Zimetschtärn» – Klassiker. Diese bunte Liste, die sich weder an ein Thema noch an eine Jahreszeit hielt, schickten wir Andrew Bond zu, der es meisterhaft verstand, aus diesem «Chrüsimüsi» ein die Kinder fesselndes Konzert zu gestalten, bei dem die Lieder untereinander stimmig verbunden wurden. Die Kinder sangen, tanzten «wiä dä Dachs», klatschten im Takt und wurden aufgefordert, sich als Forscher mit Ferngläsern auf Entdeckungsreise zu machen. Sie durften freche Grimassen schneiden, wie wilde Tiere brüllen, zählten Frösche und staunten über all die anderen Tiere, die im Laufe des Konzerts aus einem alten Papierkorb gezaubert wurden.
Mein persönlicher Gänsehautmoment aber war gleich zu Beginn des Konzerts. Wenn 250 Kinder aufgeregt und laut plappernd auf den Beginn der Veranstaltung warten, der Künstler dann auftritt, ein paar Akkorde anschlägt, der Saal verstummt und dann 250 Kinder ins Lied «Hebet Sorg» einstimmen, dann hat das etwas unglaublich Berührendes. Und man wünscht sich, dass alle ausserhalb dieser Halle die Kinderstimmen hören mögen :
«Hebed Sorg – hebed Sorg au zuenenand, hebet Sorg – hebet Sorg zu däm Planet, dass jede sini Zuekunft gseht.»
Text & Fotos: Karin Schneider
